Literaturbesprechung
Wir besprechen hier Bücher und Veröffentlichungen, die nach unseren Erkenntnissen neu oder gebraucht erhältlich sind. Wir haben dabei nicht unterschieden, ob sie für Ärzte oder Laien bestimmt sind. Dies mag jeder selbst entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.
Eine Buchbesprechung ist immer subjektiv!
Mit Hilfe der ISBN –Nummer lässt sich ermitteln, wo das Buch neu oder gebraucht erhältlich ist. Siehe dort unter ISBN-Büchersuche.
Neue Bücher bezieht man in der Regel im örtlichen Buchhandel preiswerter, weil man die Versand- und Portokosten spart.
Ich kann nur die mir vorliegenden Bücher und Broschüren aufführen. Wer also der Meinung ist, hier gehörten noch andere Publikationen erwähnt, sollte mir ein Exemplar zusenden. Ich bitte dabei jedoch zu beachten, dass hier nicht der Ort für rein wissenschaftliche Literatur ist.
Es sollten nur die Veröffentlichungen vorgeschlagen werden, die für von Schlafproblemen Betroffene und den Praktischen Arzt vor Ort dienlich sind.
Übersicht:
Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe
Die Rechte Behinderter Menschen und ihrer Angehörigen
34. Auflage (2006) [abgebildet 32. Auflage]
zusammengestellt von
Preis 4,60 €
Diese Schrift gehört in die Hand eines jeden Ansprechpartners.
Es sind hier zusammengefasst alle rechtlichen Vorschriften, die Behinderte betreffen können. Darüber hinaus sind aber auch Rechtsvorschriften erfasst, die ehrenamtliche Helfer betreffen.
Unsere Ansprechpartner sollen mit Hilfe dieser Schrift keine Rechtshilfe erteilen. Sie sollen aber bei Einzelfragen nachsehen können, ob sich für den Hilfesuchenden möglicherweise Ansprüche ergeben könnten, die der Betroffene selbst oder sein Rechtsberater geltend machen kann.
Es werden Hinweise gegeben, wie man bei Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Bescheides oder einer Verfügung im Sozial- und Behindertenrecht handeln muss, damit Rechtsansprüche nicht verloren gehen.
Es werden nicht nur die nüchternen Gesetzesvorschriften erfasst, es wird bei der Kommentierung auch die hierzu mittlerweile ergangene Rechtsprechung berücksichtigt.
Herausgeber:
Unter Mitwirkung von Dr. R. Lund Prof. Dr. K.-H. Rühle
Schering Lexikon - Schlafmedizin
Medizin Verlag München – ISBN 3-8208-1148-6 (1991)
Die Ausgabe ist vergriffen.
Gebrauchte Exemplare sind für wenige Euro antiquarisch zu beziehen.
Die wissenschaftliche Entwicklung der Schlafmedizin, die etwa zwischen 1970 und 1980 an Dynamik zulegte, führte zur Entwicklung und Anwendung neuer Begriffe. Diese wurden medizinerüblich aus Latein und Griechisch entlehnt.
Um kein Begriffsgewirr entstehen zu lassen, haben die oben genannten Schlafmediziner das vorstehende Lexikon zusammengetragen. Es hilft „altgedienten“ Ärzten z.B. das Buch über die Insomnie richtig verwerten zu können. Auch Betroffenen kann es hilfreich sein, da viele Ärzte sich nicht immer allgemein verständlich ausdrücken. Dabei wird eingeräumt, dass sich viele Begriffe nur mit Neulatein zutreffend beschreiben lassen.
Autoren:
INSOMNIE Schlaflosigkeit Ursachen, Symptomatik und Therapie
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Rita Süssmuth
Springer-Verlag – ISBN 3-540-58701-2 (1995)
Das Buch ist noch im Handel und kostet ca. 35, - €.
Das Buch für den Facharzt und den interessierten Praktiker
Die Schlussbemerkung der Verfasser:
Das Wissen über die Hintergründe und die Behandlungsmöglichkeiten von Ein- und Durchschlafstörungen hat sich in den letzten zehn Jahren vervielfacht. Es wurde deutlich, dass die Schlafstörungen ein komplexes, interdisziplinäres Problem darstellen. Aus diesem Grunde verlangt die Beschäftigung mit der Thematik vom Arzt erhebliche Flexibilität und die Bereitschaft zur persönlichen Entwicklung. Die lebendige Diskussion über die Verschreibung von Schlafmitteln und zahlreiche Kongress- und Fortbildungsveranstaltungen zeigen, dass im Verständnis dieser Erkrankungen ein Wandel einzutreten scheint. Einen Beitrag hierzu sollte dieses Buch darstellen.
Verfasser:
SCHLAFSTÖRUNGEN - Klassifikation und Behandlung
Aus der Reihe: Was ist gesichert in der Therapie?
Arcis Verlag GmbH, München – ISBN 3-89075-034-6 (1992)
Das Buch ist nur noch im Antiquariat erhältlich, dort aber sehr preiswert.
Das besondere an dieser Veröffentlichung ist, dass nicht nur die reinen Schlaferkrankungen behandelt werden. Es sind auch die Krankheiten, ihre Auswirkungen und die Therapiemöglichkeiten erfasst, die Auswirkungen auf Schlaf und Schlafqualität haben können.
Das Buch ist in erster Linie für den Facharzt, Psychologen und Praktische Ärzte gedacht. Für den interessierten Laien fehlt allerdings eine „Übersetzung“ der Fachbegriffe.
Unsere Ansprechpartner können sie in der Mehrzahl aus dem Internet heraussuchen. Hier hilft aber auch ein Klinisches Wörterbuch von Pschyrembel weiter. Ältere, für den Laien durchaus noch verwendbare Ausgaben sind im Antiquariat ziemlich preiswert erhältlich.
Herausgeber: G.A.E. Rudolf & Adalbert Engfer:
Schlafstörungen in der Praxis - Diagnostische und therapeutische Aspekte
Mit Beiträgen von:
- Prof. Dr. Hartmut Schulz
- Prof. Dr. Karlheinz Meier-Ewert
- Dr. Adalbert Engfer
- Prof. Dr. G.A.E. Rudolf
- Prof. Dr. L.G. Schmidt
- Dr. R. Dorow
- Dr. D. Berenberg
Friedrich Vieweg Verlag – ISBN 3-528-07810-3 – (1990)
Die Broschüre ist nur im Antiquariat erhältlich- Preis: 12,- bis 15,- €
Sie enthält eine Zusammenfassung der Vorträge zur Schlafforschung anlässlich des 38. Deutschen Kongresses für Ärztliche Fortbildung in Berlin 1989.
Themen:
- Zusammenhänge zwischen Schlaf und zirkadianer Rhythmik
- Diagnose und Therapie von Schlafstörungen
- Stellenwert der Hypnotika
- Missbrauch und Abhängigkeit von Schlafmitteln
- Auswirkungen der Benzodiazepine auf das Gedächtnis
Eine Zusammenfassung für den Praktischen Arzt. In Teilen überholt insbesondere im Anhang in den Grundsätzen aber immer noch gültig. Wertvoll sind die Hinweise zur Wirkung der Benzodiazipine.
Damals gab es 41 Schlafambulanzen und Schlaflaboratorien in Deutschland. Zur Zeit sind es 327 (Stand 19.07.2007).
Sie finden ein vollständiges, jeweils aktuelles Verzeichnis der anerkannten Schlaflabore unter http://www.charite.de/dgsm/dgsm/
Sarah Richmond:
Herz in Tränen
Der schwere Leidensweg eines narkolepsiekranken Kindes
Ein autobiographischer Bericht
Sarah Richmond ist ein Pseudonym. Sie begann schon als Kind ihre Erlebnisse, Sorgen und Nöte einem Tagebuch anzuvertrauen, ohne dass man sie hierzu angehalten hätte. Für die kleine Sarah war dieses Tagebuch gewissermaßen das „Notventil“, das sie davor bewahrte, in der Psychiatrie zu landen. Durch Schlafattacken, die schon massiv im Grundschulalter auftraten, schwer eingeschränkt, hatte sie obendrein unter einer hartherzigen, ich möchte fast sagen, sadistischen Mutter zu leiden. Lehrer und Mitschüler mobbten und quälten sie.
Dass ein solches Verhalten der Lehrer in Grundschulen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch möglich war, von der Umgebung nicht bemerkt oder, falls erkannt, nicht bekämpft wurde, mag man kaum glauben. Ich würde es nicht für möglich gehalten haben, hätte ich es eine Generation zuvor in anderen Zusammenhängen nicht selbst erlebt: Selbstgerechte, sadistische Lehrer, sadistisch körperlich und psychisch.
„Sarah Richmond“ hat sich mit diesem durch ihre Tagebücher belegten Erlebnisbericht alle Last von der Seele geschrieben.
Eltern und Lehrer sollten häufig schlafende Kinder sorgfältig beobachten und gegen das verständliche Mobbing durch die Mitschüler in Schutz nehmen. Wenn offensichtliche Ursachen für die häufigen Schlafattacken nicht vorhanden sind, erscheint es zweckmäßig, den Schularzt und/oder den Psychologischen Dienst hinzuzuziehen.
Diese Buch sollte Bestandteil der Referendarbücherei für angehende Pädagogen sein.
Susanne Schäfer:
Die „Schlafkrankheit“ NARKOLEPSIE Ein Erfahrungsbericht über Lachschlag, Schrecklähmung und Pennen in Pappkartons
Verlag Freies Geistesleben : ISBN 3–7725–1744-7
Preis: neu 19,90 € im Buchhandel erhältlich.
Susanne Schäfer war gebeten worden einen Erfahrungsbericht für die Mitgliederzeitschrift „Der Wecker“ zu schreiben. Herausgekommen ist ein Buch von fast 300 Seiten.
Prof. Dr. med. Geert Mayer schrieb ein sehr ausführliches Vorwort.
Susanne Schäfer ist nicht eine Narkoleptikerin wie viele andere. Sie zeichnet sich als eine kritische, genaue Beobachterin aus. Sie nimmt ärztliche Anordnungen nicht als absolut zutreffend hin. Sie beobachtet die Wirkungen der Medikamente bei sich selbst genau und regelt mit ihrer Hilfe ihren Tagesablauf je nach den unabweisbaren Anforderungen. Ihre Erkenntnisse sind sowohl für Betroffene, aber auch für behandelnde Ärzte und Psychologen wertvoll.
Was in den Gebrauchsinformationen für Medikamente nicht erwähnt wird, bei Susanne Schäfer kann man es nachlesen.
Ihre Ausdrucksweise ist keineswegs abgehoben oder wissenschaftlich. Mit Humor und Selbstkritik macht sie alle gewonnenen Erkenntnisse verständlich und nachvollziehbar. Ihre Erlebnisse und die von ihr erzielten Lösungen schildert sie sehr anschaulich und scheut auch nicht davor zurück, wenn einmal etwas schief gelaufen ist. Sie wirkt an keiner Stelle belehrend, wie dies bei wissenschaftlichen Abhandlungen unvermeidbar zu sein scheint.
Wer als Angehöriger, Freund, Arbeitgeber oder Arbeitskollege mit einem Narkolepsiekranken nicht umzugehen weiß, bei Susanne Schäfer kann er es nachlesen.
Herausgeber:
- Prof. Dr. med. Geert Mayer
- Prof. Dr. med. Thomas Pollmächer
Narkolepsie - Neue Chancen in Diagnostik & Therapie
Autoren:
- Dr. med. Peter Geisler *)
- Dr. med. Georg Handwerker *)
- Prof. Dr. med. Sylvia Kotterba *)
- Dr. med. Susanne Kraemer *)
- Prof. Dr. med. Geert Mayer *)
- Prof. Dr. med. Thomas Pollmächer *)
- Prof. Dr. med. Stephan Volk
*) Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der DNG
Thieme-Verlag
ISBN: 978-3-13-134431-1
Preis: 19,95 € oder 34,90 sfr
Broschüre – 84 Seiten
Die Broschüre wendet sich primär an Ärzte in Klinik und Praxis.
Es werden die folgenden Themen behandelt:
- Klinisches Bild, Diagnostik und Differentialdiagnose – Peter Geisler
- Pathophysiologie und Genetik von der HLA-Typisierung und vom Orexin-Defizit zu den Symptomen und den metabolischen Veränderungen – Thomas Pollmächer
- Narkolepsie und assoziierte Störungen. – Stephan Volk
- Besonderheiten der Narkolepsie bei Kindern und Jugendlichen – Georg Handwerker
- Psychosoziale Folgen, Krankheitsbewältigung und nichtmedikamentöse Therapie der Narkolepsie – Susanne Kraemer
- Die medikamentöse Therapie der Narkolepsie – Geert Mayer
- Narkolepsie und Fahrtauglichkeit – Sylvia Kotterba
"Die Broschüre ist aber auch für die Betroffenen durchaus informativ und man kann mit Hilfe dieser Broschüre einen neuen Hausarzt informieren. Dies ist sehr hilfreich, wenn durch Wohnortwechsel, Praxisaufgabe oder Hausarztbindung (Zuzahlungsminderung) der Hausarzt gewechselt werden muss."
Ernst-Friedrich Breuhaus