Übergewicht bei Narkolepsie

Parallel zum Auftreten der ersten Narkolepsie-Symptome beobachteten die Betroffenen bei sich eine Gewichtszunahme, obwohl sie ihre Essgewohnheiten nicht umgestellt haben. Es liegt nahe anzunehmen, dass dies auf geringeren körperlichen Aktivitäten infolge der gesteigerten Müdigkeit beruht.

Viele, die bis dahin Sport betrieben haben, geben diesen auf, weil sie bei einer Reihe von Sportarten Misserfolge erleiden, die Reaktionsfähigkeit oder eine dauernde Konzentration erfordern. Unerklärlich ist für viele ohne Diagnose, dass sie sehr unterschiedliche Leistungen erbringen. So wird zum Beispiel beim Tischtennis ein Satz leicht gewonnen, der nächste aber regelrecht „versemmelt“. Wer einem, der dauernd müde ist, Sport und Bewegung empfiehlt, hat zwar im Prinzip recht, aber wohl nie unter der Antriebsschwäche bei Narkolepsie gelitten, wenn alle Energie für die täglichen Pflichten aufgewendet wurde.

Besonders verstärkt wird die Gewichtszunahme durch verschiedene trizyklische Antidepressiva, die gegen die Kataplexien verordnet werden. In den 80-er Jahren wurde diese Auswirkung noch häufig durch Amphetaminderivate kompensiert, die damals gegen Übergewicht verordnet und gegen die Schlafanfälle bei Narkolepsie eingesetzt wurden. Diese Medikamente wurden nach und nach vom Markt genommen wegen der angeblichen Suchtgefährdung.

Einigen Leidensgenossen gelang es durch Umstellung auf Natriumgammahydroxibutyrat (NaGHB) ihre Gewichtsprobleme wieder in den Griff zu bekommen, wenn gleichzeitig die Essgewohnheiten den geminderten körperlichen Aktivitäten angepasst wurden.

Zusammen mit dem Übergewicht entwickeln Narkolepsie-Patienten häufiger als andere auch eine Zuckerkrankheit (Diabetes-II). Ob dies die Gewichtszunahme als Ursache hat oder ob es durch die Bauchspeicheldrüse durch andere hormonelle Einflüsse hervorgerufen wird, ist noch nicht sicher geklärt. Für die Betroffenen bedeutet das aber, dass sie regelmäßig (halbjährlich) eine Blutuntersuchung vornehmen lassen sollten, bei der auch der Zuckerstatus überprüft wird.

Bei Übergewicht ist auch das Risiko für Herzerkrankungen und für Schlaganfälle größer.

Aus diesen Gründen hat sich eine große Zahl von Teilnehmern der Jahresfortbildungstagungen der Jahre 2005 und 2006 für Forschungstests zur Verfügung gestellt. Über die abschließenden Ergebnisse wird in der Mitgliederzeitschrift „Der Wecker“ berichtet.

Was ist zu tun?

Sich so verhalten, wie dies allgemein bei Übergewicht empfohlen wird.

Das ist billig, wenn man die Gründe für das Übergewicht nicht kennt, falls es nicht medikamentös verursacht ist. Die Schlafattacken kommen rhythmisch und dementsprechend sind auch periodische Hungergefühle stärker als bei gesunden Menschen. Wer diesem mehrfach am Tag mit kleinen Snacks nachgibt und dazu noch normale Mahlzeiten zu sich nimmt, darf sich nicht wundern, wenn er nach und nach Gewicht zulegt. Damit nicht genug berichten viele Leidensgenossen auch von nächtlichen Hungerattacken, die, gibt man ihnen nicht nach, den Schlaf stark beeinträchtigen.

Als Abhilfe kann nur geraten werden, tagsüber auf die kleinen Zwischenmahlzeiten zu verzichten oder den Teller zu den Hauptmahlzeiten nur halb zu füllen. Nachts kann man versuchen, den leeren Magen mit einem Glas Sprudelwasser und einer Scheibe Knäckebrot ohne Belag zu beruhigen.

Andere Empfehlungen werden hier gerne veröffentlicht.

Ernst - Friedrich - Breuhaus