Wir tun es heimlich
Was die Japaner heimlich tun, ist für Narkolepsie-Patienten ein notwendiges, normales Verhalten.
Der Spiegel berichtet in der Ausgabe 10/2007 vom 05.03.2007 über das Buch von Brigitte Steger (Universität Wien): „Inemuri. Wie Japaner schlafen und was wir von ihnen lernen können.“ Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbeck ; 236 Seiten; 8,9o €uro über die (angeblich) bizarren Schlafgewohnheiten der Japaner.
Der Spiegel hat uns leider nicht gestattet, den Wortlaut des Interviews mit Frau Steger hier abzudrucken.
Eigene Anmerkungen hierzu:
In Japan haben weitaus mehr Personen die genetischen Voraussetzungen, die für die Entwicklung einer Narkolepsie unabdingbar sind. Dies erklärt wahrscheinlich die größere Akzeptanz für das Nickerchen.
Die Narkoleptiker wissen, dass der Kurzschlaf nur dann erholsam ist, wenn im Biorhythmus auch tagsüber Tiefschlaf angesagt ist. Er erkennt schon an seiner verzögerten Reaktion das Herannahen einer solchen Phase. Kann er diesem Bedürfnis nachgeben, ist er nach 15 bis 20 Minuten wieder voll leistungsfähig. Gibt er aber zu anderen Zeiten dem Schlafbedürfnis nach, so verfällt er in einen REM-Schlaf. Diese Eigenheit wird bei der Diagnose der Erkrankung ausgenutzt
Hierdurch kann es bei einem erheblichen Schlafdefizit (vorher unterdrückte Schlafattacken) kann es dann auch zu psychisch stark belastende Schlaflähmungen kommen. Er hört seine Umgebung weiterhin, vermag aber wegen des Muskeltonusverlustes nicht darauf reagieren und deutet träumend das Gehörte fehlerhaft.
Diese Erfahrungen über den richtigen Zeitpunkt des Nickerchens sollten sich auch Gesunde zu nutze machen:
Schlafen, wenn man müde wird. Den Schlaf nicht zum unrechten Zeitpunkt einleiten, die Tiefschlafphase ausnutzen!
Unsere Schlafforscher sollten die vorstehende Hypothese, die auf den Erfahrungen der Narkoleptiker basiert, durch geeignete Versuche mit Gesunden überprüfen.
Thema für eine Doktorarbeit?