Sonstiges

Loriot

Welche Wirkung?

Ich höre von Zuschauern, die etwas von mir gesehen haben, sie könnten nun nicht mehr so sein, wie sie vorher waren. Das läßt mich hoffen, denn es zeigt, daß man den Bürger doch noch erreichen kann.

Loriot im Interview mit André Müller 1992 erschienen in der „DIE ZEIT.“

Als Vicco von Bülow uns das Nutzungsrecht an seiner Karikatur zur Verfügung stellte, meinte er genau das: „Akzeptiert Eure Behinderung und tragt sie mit Humor!“

War Ihr Humor der Zeit voraus?

So hochtrabend möchte ich das nicht formulieren. Sagen wir, er traf im Moment nicht unbedingt einen Nerv der Zeit.

Loriot im Interview Robert Gernhardt 1993 (Stern)

Er war der Zeit voraus, denn seine Karikatur, die er uns als Blickfang zur Verfügung stellte zur ausschließlichen Nutzung im Rahmen unserer gemeinnützigen Selbsthilfe, war schon entstanden, als es die Narkolepsie-Gesellschaft noch nicht gab. Er kann seine Anregung also nicht auf einer unserer Tagungen gewonnen haben.

Siehe auch www.loriot.de (so geben wir in Dankbarkeit etwas zurück).

Damals

schlafende Bauern

Diese nicht signierte Bild fand ich im Wohnraum unseres Ferienappartements in Spanien. Es zeigt ein Landwirtpaar in der Pause während der Erntearbeit. Die Sicheln als Mähwerkzeug deuten auf das frühe 19. Jahrhundert hin, als die Sense noch nicht im Gebrauch war. Damals bestimmte noch der natürliche Biorhythmus das Arbeitstempo und die Pausen.

Auch gesunde Personen unterliegen einem unterschwelligen Schlaf-Wach-Rhythmus. In Japan dürfen sich die meisten Arbeitnehmer ein solches Nickerchen durchaus gestatten, wenn die Tätigkeit nicht total entgegensteht. Dort haben es Narkoleptiker auch wesentlich besser. Sie haben damit in sehr vielen Berufstätigkeiten auch keine Schwierigkeiten, wenn sie mehrfach am Tag einer Schlafattacke nachgeben. Sie stehen damit auf dem Leistungsniveau einem Gesunden nicht nach und sind durch Kataplexien weitaus weniger gefährdet.

Daraus folgt:

"Wir wären weit weniger behindert, wenn wir nicht behindert würden"